Sozialpädagogische Beratung und Unterstützung

Als Teil der multiprofessionellen Behandlungsteams in unserer Tagesklinik 50 plus und in unserem Zentrum für kognitive Störungen übernimmt der Sozialdienst Einzelberatung für Patienten und Angehörige sowie diverse Gruppenangebote. An der Schnittstelle zwischen klinischer Behandlung und ambulantem Hilfe- und Versorgungssystem ist er vor allem zuständig für folgende Aufgaben:

  • Stufenweise Wiedereingliederung / Arbeitsversuch
    Berufstätigen Patienten fällt es nach längerer Erkrankung in der Regel leichter sich zeitlich abgestuft wieder am Arbeitsplatz zu integrieren. In Absprache mit Ärzten, Krankenkassen und Arbeitgebern erarbeitet der Sozialdienst zusammen mit den Patienten einen individuellen Wiedereingliederungsplan und bringt ihn auf den Weg.

  • Lohnersatzleistungen (z.B. Krankengeld, Arbeitslosengeld I) und ALG II
    Wenn die Krankheit länger andauert, stehen den Betroffenen in der Regel Lohnersatzleistungen oder sonstige Sozialleistungen der Kostenträger zu. Der Sozialdienst berät zu den in Frage kommenden Ansprüchen und ist bei deren Antragstellung behilflich.

  • Schwerbehinderung
    In vielen Fällen, vor allem bei chronischen Krankheitsverläufen, empfiehlt sich die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises beim zuständigen Versorgungsamt. Dabei ist der festgestellte Grad der Behinderung Grundlage für einige steuerliche und arbeitsrechtliche Nachteilsausgleiche. Die sog. „Merkzeichen“ berechtigen zu Erleichterungen im Alltag. Der Sozialdienst bespricht die wichtigen Einzelheiten dazu mit den Patienten und unterstützt den Antrag zu stellen oder begleitet im Widerspruchsverfahren.

  • Medizinische oder berufliche Rehabilitation
    Um im Anschluss wieder stabil mit der Arbeits- oder Lebenssituation zurechtzukommen kann eine zeitweise Behandlung fernab des Alltags in einer stationären Rehabilitationseinrichtung sehr sinnvoll sein. Für solche Patienten, manchmal auch zusammen mit ihren Angehörigen, steht der Sozialdienst in Zusammenarbeit mit den Ärzten als informierende und im Antragsverlauf begleitende Stelle zur Verfügung. Er berät auch über in Frage kommende Reha-Einrichtungen und –kliniken und stellt den Kontakt her.

  • Erwerbsminderungsrente
    Ist eine Rückkehr ins Berufsleben aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machbar, besteht die Möglichkeit eine teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente zur Sicherung des Lebensunterhalts zu beantragen. Der Sozialdienst erklärt Voraussetzungen und Antragsverfahren, hilft dabei oder vermittelt an die entsprechenden Stellen zur Beantragung weiter.

  • Vorsorgevollmacht / gesetzliche Betreuung
    Alle organisatorischen Dinge im aktuellen und künftigen Alltagsgeschehen selbstständig trotz Erkrankung oder hohen Alters stemmen zu können ist der Wunsch der allermeisten Menschen. Sollte dies nicht mehr möglich sein, berät der Sozialdienst über Möglichkeiten, rechtlich korrekt und individuell zum Patienten und seiner Familie passend Vorsorge zu treffen, bzw. Unterstützung zu beantragen.

  • Leistungen aus der Pflegeversicherung
    Manchen Erkrankten ist die Bewältigung der täglichen Anforderungen nur noch mit Einschränkungen möglich, sie sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Dabei können sie entsprechend ihrem Pflegegrad auf die Leistungen aus der Pflegeversicherung zurückgreifen. Der Sozialdienst informiert über die Modalitäten beim Antrag auf Pflegegrad, hilft dabei ihn zu stellen und erklärt alle Leistungsansprüche und Verwendungsmöglichkeiten, die sich aus einem festgestellten Pflegegrad ergeben. Bei Bedarf erfolgt Begleitung auch im weiteren Verlauf, z.B. bei einem Widerspruch.
  • Tagesstruktur, soziale Kontakte
    Regelmäßige alltagsstrukturierende Aktivitäten wie Sport, kreative Beschäftigungen oder Tätigkeiten in Vereinen, Seniorenzentren oder Ehrenämtern sind wichtig für Stimmung und Kognition. Der Sozialdienst unterstützt dabei Bestehendes zu festigen und zu reaktivieren, Neues auszuprobieren und aufzubauen.
  • Begleitende Beratungsstellen im Anschluss
    Um die erreichte Stabilisierung aufrecht zu erhalten oder mittel- und langfristig bei Bedarf Ansprechpartner im Alltag zu haben stehen verschiedene ambulante Anlaufstellen zur Verfügung.  Der Sozialdienst organisiert den Kontakt zu passenden Angeboten wie sozial- und gerontopsychiatrischen Diensten, Selbsthilfegruppen oder spezialisierten Beratungsstellen.
  • Ambulante Medikamenten- / Pflegedienste
    Manchmal klappt der Umgang mit den Medikamenten nicht mehr ganz zuverlässig oder es wird zunehmend Unterstützung in Hauswirtschaft und Pflege erforderlich. Der Sozialdienst berät über bestehende Angebote und vermittelt an entsprechende ambulante Dienste.
  • Teilstationäre Angebote
    Zur weiteren gesundheitlichen Stabilisierung der Patienten und Entlastung von Angehörigen bestehen verschiedene Möglichkeiten, die tagsüber stundenweise oder auch ganztags besucht werden können. Der Sozialdienst informiert beispielsweise über die Münchner Alten- und Servicezentren, Tagesstätten, Tagespflegen, Betreuungsgruppen oder ehrenamtliche Dienste und stellt den Kontakt zu ihnen her.
  • Stationäre Wohnformen
    Wenn es zu Hause nicht mehr geht, stellt sich für Betroffene und Angehörige die Frage, wie man eine passende Wohnform findet, wie der Umzug zu realisieren ist und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen. Der Sozialdienst berät zu den verschiedenen Möglichkeiten stationären Wohnens wie beispielsweise in Kurzzeitpflegen, Demenz WGs oder Pflegeheimen und hilft beim Organisatorischen im konkreten Einzelfall.